Köln und die Nafris

Interessanterweise bewegt kaum ein Wort die deutschen Medien seit gestern so sehr wie die von der Kölner Polizei-Pressestelle in einem Tweet verbreitete Abkürzung Nafri, gemeint sind junge Männer aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten. Auch immer mehr Politikerinnen und Politike2017_01_02_nafrisr aller Couleur melden sich empört zu Wort (die Hinterbänkler natürlich zuerst). Der Kölner Polizei, die in der Silvesternacht eine ähnliche Situation wie im vergangenen Jahr im Keim ersticken wollte (und das gemeinsam mit der Bundespolizei auch geschafft hat, das nebenbei bemerkt hat), wird nun Racist Profiling vorgeworfen, also der Selektion allein aufgrund äußerlicher Merkmale wie Hautfarbe und Aussehen.

Was ist passiert?

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Von Dummheit, Ignoranz und Egoismus

Seien wir doch ehrlich: So ein bisschen egoistisch sind wir doch alle mal. Daran ist auch gar nichts auszusetzen, jeder muss auch mal an sich denken. Die Betonung liegt auf den Wörtchen bisschen und mal. Irgendwie gewinne ich aber immer mehr den Eindruck, dass das ich zuerst an Bedeutung zu nimmt – bei immer mehr Menschen.Wenn sich das Ganze dann noch mit Dummheit und Ignoranz paart, sind Konfrontationen und kollektives Kopfschütteln vorprogrammiert.

Nehmen wir doch mal ein paar Beispiele: „Von Dummheit, Ignoranz und Egoismus“ weiterlesen

Mir wird Angst und Bange um unser Land.

Die Bundesrepublik Deutschland seit dem 2. Weltkrieg: Bürgerlich, spießig, ein Wirtschaftsmotor. Ausreißer nach links und rechts wurden stets mit hochgezogenen Augenbrauen wahrgenommen, aber die deutliche Mehrheit hat sich hiervon nie beeindrucken lassen. Über viele Jahrzehnte war deutsche Politik hauptsächlich ein Thema der politischen Mitte – CDU und SPD vertraten die absolute Mehrheit der Deutschen, die FDP mischte auch mit. Schon die Gründung der Grünen sorgte für Aufregung: Mit Wollpullis statt Krawatten und geradezu revolutionäre politische Ansichten und Forderungen war „der Deutsche“ schlicht und einfach überfordert.

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Die DDR war kein Unrechtsstaat? Der SED-Mord an Manfred Smolka.

Manfred Smolka ( Foto: privat )
Manfred Smolka
( Foto: privat )

Heute hatte ich die Gelegenheit, in der Gedenkstätte Point Alpha auf der ehemaligen Zonengrenze zwischen Hessen und Thüringen einem Vortrag zum Mord an Manfred Smolka zuzuhören. Eine Geschichte, die mich so erschüttert hat, dass sie mich heute erneut vor der ehemaligen DDR-Staatspartei SED und ihrer heutigen Nachfolgerin „Die Linke.“ warnen lässt. „Die DDR war kein Unrechtsstaat? Der SED-Mord an Manfred Smolka.“ weiterlesen

Hetzmeldungen: Hexenjagd 2.0

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Falschmeldungen geistern seit Monaten durch das Netz

„Mindestens 5 Ausländer vergewaltigten gesuchtes Mädchen über 30 Stunden lang! Polizei schweigt zu diesem Verbrechen…“

Meldungen wie diese, für deren Quelle ich hier gar nicht werben möchte, geistern immer öfter durch das Netz. Dass an dieser Meldung nichts dran ist, bestätigte das LKA Berlin am 17. Januar 2016.

Bis es aber soweit ist, dass Falschmeldungen (in der Fachsprache: Hoax) aufgeklärt werden, haben sich diese meist schon zigtausendfach verbreitet. Genau darauf setzen insbesondere die Profis unter den Hetzern, die wohl vor allem in der rechten Szene zu suchen sein dürften. „Hetzmeldungen: Hexenjagd 2.0“ weiterlesen

Wenn wir eines nicht brauchen, dann Bürgerwehren

Wenn die Polizei versagt, dann müssen wir die Ordnung halt in die eigenen Hände nehmen, las ich heute als Facebook-Kommentar eines Befürworters von Bürgerwehren. Diese Meinung vertreten momentan nicht grad wenige. Immerhin sage ja auch Artikel 20 des Grundgesetzes: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

Wie so oft, ist das nur die halbe Wahrheit. „Wenn wir eines nicht brauchen, dann Bürgerwehren“ weiterlesen

Köln und seine Nachwirkungen (II)

In Deutschland herrscht Krieg. Extremisten haben unser Land übernommen, es bleiben nur zwei Alternativen: Sich anpassen – oder gehen. Ersteres ist gar nicht so einfach, weil man es den neuen, völlig unberechenbaren und sadistischen Herrschern nicht wirklich recht machen kann. Also geht man wohl lieber. Oder besser gesagt: Man flüchtet. Die Reise führt in ein anderes Land, von dem man gehört hat, dass man dort in Frieden leben kann und die Bevölkerung als hilfsbereit bekannt ist. An der Grenze aber dann die große Überraschung: Ihr werdet abgewiesen. Nicht, weil kein Platz da wäre. Nein, das Argument lautet: „Ihr seid alle Verbrecher. Mörder, Vergewaltiger, Diebe. Ihr achtet unsere Kultur nicht!“ Ihr seid völlig perplex: Noch nie in eurem Leben habt ihr euch irgend etwas zuschulden kommen lassen. Ihr wolltet doch nur in Frieden leben, euch vielleicht das wieder aufbauen, was ihr verloren habt. Nun aber werdet ihr gebrandmarkt – weil, wie ihr mitbekommt, einige eurer Landsleute sich in diesem friedlichen, gastfreundlichen Land mit Verbrechen und Schandtaten besudelt haben.

Ihr habt’s natürlich längst gemerkt: Genau das, was ich da grad beschrieben habe, passiert grad hier bei uns in Deutschland – nur halt anders herum. „Köln und seine Nachwirkungen (II)“ weiterlesen